Häufig auftretende Zwangshandlungen sind Wasch- und Reinigungshandlungen oder Kontrollzwänge. Bei Waschzwängen kann es vorkommen, dass der Erkrankte sich ständig die Hände waschen muss, weil er sich sonst schmutzig vorkommt oder die Angst vor Keimen zu stark ist.
Kontrollzwänge können sich dadurch äußern, dass der Betroffene sich nie sicher ist, ob das Licht oder der Herd abgedreht sind, wenn er die Wohnung verlässt. Immer wieder wird er zurückgehen und nachschauen, ob alle Geräte ausgeschalten und ggf. ausgesteckt sind. Obwohl sein logischer Verstand ihm sagt, dass alles in Ordnung ist, muss der dem Zwang nachgeben und nochmals kontrollieren.
Eine Leidenschaft, die Leiden schafft
Wie viele psychische Krankheiten ist auch die Zwangserkrankung ein schleichender Prozess. Anfangs wird der Zwang nicht als störend empfunden und man ist noch in der Lage den zwanghaften Impuls teilweise zu unterdrücken. Wird der Zwang allerdings stärker, schafft nur die Handlung Erleichterung. Unterlassen die Erkrankten die Erleichterungshandlungen kostet es sie sehr viel Energie, was zu Ermüdung und Erschöpfung führt. An die Bewältigung eines normalen Alltags ist nahezu nicht mehr zu denken.
Aber nicht nur der Erkrankte leidet unter der Zwangssituation, auch Partner, Familie, Freunde und Kollegen. Der Betroffene zieht sich immer weiter zurück und nimmt zunehmend weniger am sozialen Leben teil. Andere Störungen wie Depressionen können sich entwickeln.
Dem stetigen Kreislauf entfliehen
Der erste Schritt in Richtung Normalität ist das Eingestehen des Betroffenen, dass seine zwanghaften Handlungen ihn und sein Umfeld stark belasten und er alleine aus dieser „Pflicht“ keinen Ausweg findet.
Durch die schrittweise Annäherung an das Aushalten von Zwängen entstehen positive Verknüpfungen. Durch die Vorgehensweise in der Verhaltenstherapie sind langfristig sehr gute Erfolge zu erzielen, die ein zwangloses Leben ermöglichen.