Von „schlecht drauf“ zur Diagnose
Natürlich gibt es die Tage an denen wir „schlecht drauf“ sind. Meist ist die Erklärung dafür recht schnell gefunden und es geht wieder aufwärts. Eine Depression dagegen ist eine Krankheit, die behandelt werden muss. Betroffene fühlen sich über viele Wochen oder Monate hinweg niedergeschlagen, haben sämtliche Interessen und Freude verloren, sind von Müdigkeit und Antriebslosigkeit gekennzeichnet. Auch positive Ereignisse können ihre Stimmung nicht verbessern.
Formen von Depressionen
Nicht jede Depression ist gleich oder gleich ausgeprägt. Unterschieden wird je nach Verlauf und Schweregrad:
Eine leichte Depression oder depressive Episode liegt vor, wenn mindestens zwei Wochen lang Symptome auftreten. D.h. aber nicht, dass eine leichte Depression ignoriert werden sollte, denn je früher die Krankheit behandelt wird, desto aussichtsreicher ist es, keinen Rückfall zu erleiden.
Bei wiederholt vorkommenden depressiven Phasen, spricht der Therapeut von einer rezidivierenden depressiven Störung. Dabei wechseln sich depressive Zustände mit beschwerdefreien Phasen ab. Die immer wieder vorliegenden akuten Phasen schränken das Leben Betroffener und deren Umfeld stark ein.
Die für Betroffene selbst und Therapeuten schwerer zu erkennende chronische Depression oder Dysthymie verläuft eher schwächer in ihrer Ausprägung, dafür ununterbrochen. Die andauernde Niedergeschlagenheit, Traurigkeit und Antriebslosigkeit wird eher als normal empfunden, weil es gar nicht anders gekannt wird. Der Betroffene kann dabei nach außen eine „Maske“ tragen und innerlich extrem leiden.
Abzugrenzen von der rezidivierenden depressiven Störung ist die bipolare Störung. Hierbei wechseln sich „gute Phasen“ mit „schlechten Phasen“ ab, jedoch schlägt das Pendel der Störungen extrem in beide Richtungen aus. Der Betroffene leidet einerseits unter starker Traurigkeit, die sich mit hochgradiger Euphorie, Selbstüberschätzung und übertriebenem Aktionismus abwechselt.
Eine Depression kommt selten allein
Eine Depression tritt oft in Verbindung mit anderen psychischen Begleiterkrankungen auf. Dabei sind Angst- oder Zwangsstörungen, Wahnzustände, Essstörungen und auch der Missbrauch von Alkohol und Drogen zu nennen. Oft kommen Schlafstörungen dazu oder Depressionen entstehen durch die Diagnose körperlicher Erkrankungen. Ein möglicher Kreislauf beginnt.
Diagnose Depression. Und jetzt?
Grundsätzlich ist es wie bei jeder Krankheit, je früher eine Therapie einsetzt, desto besser und nachhaltiger sind die Heilungserfolge. Das heißt die Depression muss als Krankheit erkannt werden. In der Therapie wird erarbeitet, welche zugrundeliegenden Muster beim Betroffenen die Depression auslöst. Das Erkennen und Sichtbarmachen dieser Muster ist ein erster Schritt, um diese zu verändern.