Praxis für PsychotherapieDr. Michelfelder & Kollegen 0711 901 86 96
← Alle Behandlungsschwerpunkte

Behandlungsschwerpunkt

Persönlichkeits­störungen

Jeder Mensch hat seine eigene Persönlichkeit. Diese Eigenschaften unterscheiden ihn von anderen Menschen. Die Persönlichkeit setzt sich aus seinem Verhalten und seinen psychischen Eigenschaften zusammen. Dabei spielen die vererbten Gene der Eltern eine Rolle, ebenso wie die Erfahrungen, die er im Laufe seines Lebens macht. Liegt eine Persönlichkeitsstörung vor, so sind bestimmte Merkmale der persönlichen Struktur und des Verhaltens besonders ausgeprägt. Diese Erlebens- und Verhaltensmuster können langanhaltende und tiefgreifende Störungen des Denkens, der Wahrnehmung oder der Reaktion sein. Menschen mit Persönlichkeitsstörungen sind im sozialen, berufen und privaten Leben sehr beeinträchtigt.

Unterschiedliche Ausprägungen von Störungen

Persönlichkeitsstörungen werden in drei Hauptgruppen eingeteilt. Die erste Gruppe beinhaltet paranoide und schizoide Störungen, die unter den Begriffen „sonderbar und exzentrisch“ benannt werden.

Die zweite Gruppe umfasst histrionische, narzisstische, dissoziale Störungen zusammen, zu denen auch die Borderline-Störung zählt. Umschrieben werden diese mit den Zuständen „dramatisch, emotional und launisch“.

In der dritten Gruppe werden Angststörungen zusammengefasst, welche Personen mit „selbstunsicheren, abhängigen und zwanghaften“ Persönlichkeitsstörungen einschließt.

Paranoide Persönlichkeitsstörung

Diese Störung kommt relativ selten vor. Betroffene mit paranoider Störung sind misstrauisch und warten immer darauf von anderen angegriffen zu werden. Mit Kritik können sie sehr schlecht umgehen, sind überempfindlich und reagieren bei Konflikten übertrieben unangemessen.

Schizoide Persönlichkeitsstörung

Auch die schizoide Störung tritt selten auf. Schizoide Personen sind in der Regel Einzelgänger, die zurückgezogen mit wenig Kontakt zu anderen Menschen leben. Nach außen wirken sie distanziert, desinteressiert, unterkühlt und gleichgültig. In der Regel haben die Personen selbst kein Problem mit ihrer Störung, eine Beziehung kann darunter allerdings sehr leiden. Deshalb leben schizoide Persönlichkeiten meist auch alleine.

Histrionische Persönlichkeitsstörung

Bei einer histrionischen Störung spricht man von Menschen, die extrovertiert, lebenslustig und mitreißend sind. Dazu benötigen sie die Aufmerksamkeit und Anerkennung von anderen. In der Regel besitzen sie einen großen Freundeskreis und sind stets bei allem dabei. Gleichzeitig gibt es die andere Seite der Medaille, bei der die Betroffenen mit Unzufriedenheit, innerer Leere, Selbstzweifeln und Einsamkeit konfrontiert sind.

Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Der Narzisst wirkt nach außen hin extrem selbstbewusst und es kann der Eindruck von Arroganz und Überheblichkeit entstehen. Aufgrund seines eher schwach ausgeprägten Selbstwertgefühls ist der Narzisst empfindsam, verletzlich und kann mit Kritik schlecht umgehen. Diese Schwächen versteckt er hervorragend hinter einer Fassade.

Borderline-Störung

Betroffene haben sehr oft das Gefühl der inneren Leere und tragen eine tiefe Traurigkeit in sich. Sie sind oftmals angespannt, sehr misstrauisch und interpretieren Situationen im Kontakt mit anderen Menschen nicht richtig. Eine große Instabilität zieht sich durch das gesamte Leben. Sie sind sprunghaft und nicht fokussiert. Ein weiteres Indiz für eine Borderline Persönlichkeitsstörung ist die Angst vom Partner verlassen zu werden. Suizidale Gedanken und aggressives Verhalten anderen gegenüber sind nicht untypisch.

Dissoziale Persönlichkeitsstörung

Bei dieser Art der Störung neigen Betroffene zu Gewalttätigkeiten und aggressivem Verhalten. Sie sind schnell reizbar, haben eine sehr niedrige Frustrationsschwelle und missachten Vorschriften und Normen. Die Auswirkungen ihrer Handlungen bedenken sie nicht und handeln ohne Verantwortung. Im Vordergrund ihres Tuns stehen nur sie selbst und ihr eigener Vorteil. Sie sind schnell gelangweilt und suchen immer wieder nach neuem Nervenkitzel.

Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung

Menschen mit selbstunsicherer Persönlichkeit sind meist schüchtern, introvertiert und fühlen sich unsicher. Sie sind gehemmt in vielen zwischenmenschlichen Situationen, vermeiden der Mittelpunkt zu sein und haben Schwierigkeiten vor anderen Menschen zu sprechen. Sie meiden den Kontakt und fühlen sich minderwertig. Von anderen hingegen werden sie für ihre Sensibilität, Rücksicht und Hilfsbereitschaft sehr geschätzt.

Abhängige Persönlichkeitsstörung

Diese Personen können nicht alleine sein, sie brauchen eine Bezugsperson, die sie führt und Entscheidungen abnimmt. Sie klammern sich an diese Person und tun in der Regel alles dafür, dass sich diese Person nicht abwendet. Aus der Angst heraus, das Leben nicht eigenständig führen zu können, werden alle eigenen Bedürfnisse zurückgestellt und denen der Bezugsperson untergeordnet.

Zwanghafte Persönlichkeitsstörung

Menschen mit zwanghafter Persönlichkeit bemühen sich keine Fehler zu machen. Ihre Zuverlässigkeit und Genauigkeit wird vor allem im Berufsleben sehr geschätzt. Allerdings erwarten sie von anderen Menschen das gleiche Bemühen um Ordentlichkeit und korrektes Verhalten. Das führt leicht zu Konflikten, da andere ihre hohen Erwartungen nicht erfüllen können.