Depressionen | Erschöpfung | Burn-out-Syndrom

Burn-out-Syndrom, Depressionen oder chronische Erschöpfung sind heutzutage so etwas wie Volkskrankheiten geworden und durch prominente Beispiele auch immer öfter in den Medien präsent.

Trotz ihrer ähnlichen Symptomatik handelt es sich doch um drei verschiedene Krankheitsbilder, die hier kurz erläutert werden sollen:

Depressionen

Die Depression ist eine Erkrankung, die mit psychischen Problemen wie z. B. permanenter Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und Angst einhergeht. Diese Gefühle beeinträchtigen auch den Körper und rufen oftmals physische Störungen wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Konzentrationsmangel oder Magen-Darm-Beschwerden hervor.
Die Ursachen einer Depression sind bis heute nicht vollständig geklärt. Sicherlich spielen schwierige Lebensumstände oder akute Probleme eine große Rolle - sie fördern die Entstehung einer Depression. Aber der Auslöser einer Depression ist nicht immer ein schwerer Schicksalsschlag. Eine akute Trauerphase, z. B. nach einem Todesfall, ist völlig normal und wird irgendwann überwunden. Wer sich jedoch ständig niedergeschlagen fühlt, sich zu nichts aufraffen kann und keinen Ausweg mehr sieht, der sollte sich dringend in kompetente Behandlung begeben.
Neben den vielen psychosozialen Aspekten, kommen als Auslöser für eine Depression auch folgende Komponenten infrage:

  • genetische Veranlagung
  • gestörter Hirnstoffwechsel
  • Fehlregulation der Stresshormone
  • gestörte Schlaf-Wach-Regulation
  • Medikamenteneinnahme
  • Hormonstörungen
  • Störungen der Schilddrüse (Unter- oder Überfunktion)

Vor einer psychologischen Therapie kann es daher auch durchaus sinnvoll sein,  einen körperlichen Check-up beim Hausarzt durchführen zu lassen.

Behandlungsmöglichkeit
Der Psychologe wird im Eingangsgespräch mithilfe spezieller Richtlinien feststellen, ob es sich um eine leichte, mittelschwere oder bereits schwere Depression handelt. Im Anschluss daran wird ein Therapiekonzept festgelegt. In den meisten Fällen beruht dies auf einer Kombination aus Verhaltenstherapie und Entspannungsverfahren, wie Autogenes Training oder  Progressive Muskelentspannung. Zur akuten Krisenbehandlung können auch vorübergehend Medikamente eingesetzt werden.

Burn-out-Syndrom

Mit dem englischen Begriff „Burn-out“ (also „ausgebrannt“) wird ein Zustand totaler physischer und seelischer Erschöpfung beschrieben, der als Auswirkung lang anhaltender Überlastung und Stress entsteht. Grundsätzlich kann jeder vom Burn-out betroffen sein, die Hausfrau wie auch der Manager. Meist sind es besonders leistungsfähige und ehrgeizige Menschen, die unter dem Syndrom leiden. Sie wollen ihren eigenen (perfektionistischen) Vorstellungen und den hohen Anforderungen aus ihrem Umfeld (Vorgesetzte, Partner, Kinder und Freunde) gerecht werden. Der Burn-out kommt nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich meist schleichend, wenn der Stress und die Belastung nicht mehr nachlassen, man sich unentwegt angespannt fühlt und einfach nicht mehr zur Ruhe kommt.
Zu der psychischen Erschöpfung gesellen sich körperliche Probleme, wie z. B. Kopf- und Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder Verdauungsstörungen. Gleichzeitig steigt auch das Risiko für lebensbedrohliche Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.  
Grund genug also, frühzeitig etwas zu tun!

Behandlungsmöglichkeit

Mithilfe einer kognitiven Verhaltenstherapie kann die Selbsteinschätzung des Patienten positiv verändert werden. Dabei gilt es, zuerst übertriebene und perfektionistische Vorstellungen abzubauen. Gekoppelt mit einer Veränderung der Lebensgewohnheiten (Schlaf, Ernährung, Bewegung und Entspannung) kann wieder eine Balance zwischen Belastung und Entspannung im Leben der Betroffenen entstehen.

Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS)

Das chronische Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome: CFS) ist ein vielgestaltiges und noch relativ unerforschtes Krankheitsbild. Die Betroffenen leiden unter einer lähmenden geistigen und körperlichen Erschöpfung und Müdigkeit, für die sich keine körperlichen Ursachen finden lassen. Auch durch viel Schlaf und Einschränkung der Aktivität lässt sich die extreme Müdigkeit nicht beseitigen. Mitunter kommen weitere körperliche Symptome, wie Fieber, Muskelschmerzen oder Lymphknotenschwellung u. v. m. hinzu. Als mögliche Auslöser kommen u. a.  infrage:

  • Immunfehlfunktionen
  • Fehlfunktion der Gehirnbotenstoffe
  • hormonelle Störungen
  • Pilze, Viren
  • psychische Faktoren, Stress

Behandlungsmöglichkeit
Vor Beginn einer Therapie müssen zunächst Erkrankungen wie Tumoren, Hepatitis oder Borreliose ausgeschlossen werden. Neben der Behandlung der körperlichen Symptome,  z. B. durch eine Schmerztherapie, steht auch die psychische Begleitung der Patienten in Form einer individuellen Verhaltenstherapie im Vordergrund. Zusammen mit einem langsamen physischen Aktivitätstraining kann durch die Therapie erreicht werden, dass die Patienten wieder langsam an eine normale Leistungsfähigkeit herangeführt werden.

So verschieden und langwierig die Behandlungen sein mögen. Bitte bedenken Sie, dass es das Wichtigste ist, überhaupt den ersten Schritt zu tun und sich in professionelle Behandlung zu begeben.

Sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen gern!