Angstzustände | Phobien

Eine Prüfung, die Spinne an der Wand oder der überfüllte Fahrstuhl. Jeder kennt wohl Situationen, in denen er sich unwohl fühlt und am liebsten flüchten möchte. Häufig wird die Angst in diesen Situationen von körperlichen Symptomen, wie Herzrasen, Schwitzattacken, Zittern oder Bauchschmerzen begleitet.

Angst gehört zu der urtypischen „Grundausstattung“ eines jeden Menschen. Sie ist ein archaisches Schutzprogramm, dessen Sinn und Zweck es ist, uns bei Gefahren zu aktivieren und in einen Alarmzustand zu versetzen. Die Veranlagung, Angst zu empfinden, ist aber von Mensch zu Mensch verschieden. Es gibt ängstlichere und mutigere Menschen, jeder denkt und fühlt anders. Die Grenze zwischen normaler und krankhafter Angst ist also nicht immer leicht zu ziehen. Nicht jeder, der schüchtern ist, leidet automatisch unter einer sozialen Phobie. Und dass manche Kinder Angst im Dunkeln haben, ist ebenfalls völlig normal.

Generell kann man sagen, dass Angst erst als Störung/Erkrankung gilt, wenn sie objektiv gesehen grundlos ist und so übermäßig stark wird, dass sie uns in unserem Alltag, in unserer Konzentration und Leistungsfähigkeit einschränkt. Auch wenn körperliche Krankheiten, wie z. B. Magengeschwüre oder chronische Schmerzen hinzukommen, sollte man aufmerksam werden.

Die Wissenschaft unterscheidet folgende Angststörungen:

  • Phobien (z. B. Angst vor Spinnen, Flugangst oder Höhenangst)
  • Panikstörungen (Panikattacken, unerwartet massive Angst)
  • Generalisierte Angststörungen (anhaltende und unspezifische Angst)

Therapiemöglichkeiten

Je länger eine krankhafte Angststörung unerkannt und unbehandelt bleibt, desto schwieriger wird es, sie zu lösen. Daher ist eine fachliche Betreuung und Behandlung äußerst wichtig. Gemeinsam mit einem Therapeuten können Sie feststellen, ob Ihre Ängste im Bereich des Normalen liegen oder bereits Ihr Denken und Handeln bestimmen.


Die Angst zu verdrängen oder die Angstauslöser zu meiden, macht keinen Sinn – im Gegenteil – solche Verhaltensweisen festigen die Angsterkrankung langfristig. Auch eine „Betäubung“ durch Beruhigungsmittel (ohne Kontrolle eines Arztes oder Psychologen) oder gar Alkohol verschlimmert die Situation, anstatt sie zu lösen.

Zu Beginn einer Therapie werden zunächst körperliche Ursachen (z. B. Schilddrüsenüberfunktion) oder andere Störungen, wie z. B. eine Depression, ausgeschlossen.
Medikamente sollten nur vorübergehend zur akuten Krisenbehandlung eingesetzt werden.
Im Focus einer therapeutischen Behandlung der Angststörung stehen wissenschaftlich geprüfte und etablierte Verfahren, wie:

  • Kognitive Verhaltenstherapie: Die kognitive Verhaltenstherapie geht davon aus, dass unsere Gedanken unsere Gefühle beeinflussen. Also: Negative Gefühle entstehen aus negativen Gedanken. Während der Therapie sollen neue Verhaltens- und Denkmuster erlernt werden. Bewährt hat sich dieser Ansatz vor allem bei Phobien oder Panikstörungen.
  • Expositionstherapie: Bei dieser Therapie soll die Angst Schritt für Schritt durch Konfrontation mit der angstauslösenden Situation abgebaut werden. Gerade bei Phobien ist diese Therapie sehr erfolgreich.
  • Entspannungstechniken: Begleitend zur Verhaltens- oder Expositionstherapie können Entspannungstechniken, wie z. B. Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung eingesetzt werden.  

 

Darüber hinaus gibt es zahlreiche alternative Therapieverfahren, die im Einzelfall unterstützend wirken können (Licht- und Bewegungstherapie, Akupunktur, Homöopathie etc.)


Die Dauer der Behandlung richtet sich stets nach der Schwere der jeweiligen Angststörung und der individuellen Verfassung und Motivation des Patienten. Behandlungen können daher mitunter langwierig sein. Hier gilt es, Geduld zu bewahren, damit die Angsterkrankung irgendwann überwunden werden kann.

 

Sprechen Sie uns an und machen Sie den ersten Schritt, um Ihre Angsterkrankung zu besiegen. Wir helfen Ihnen gern.